Vorab zur Erklärung: Ein Webhoster stellt Webspace zur Verfügung, also Speicherplatz, um Websites online zugänglich zu machen. Hier geht es um einen Anbieter, der ein bisschen anders ist als alle, die ich bisher kannte.

In den letzten Jahren habe ich mehrere Websites ins Netz gestellt. Die Voraussetzung dafür ist immer ein Webhoster. Am Beginn steht die Frage, welches Angebot oder Paket das richtige ist:

Hosting-Angebote für eine typische WordPress-Website kosten zwischen 1 und 5 Euro im Monat. Dazu brauche ich normalerweise eine Domain, unter der meine Website dann erreichbar ist. Außerdem sollte jede Website heute ein HTTPS-Zertifikat haben. Das sorgt dafür, dass in der Adresszeile des Browsers das Schloss-Symbol erscheint. Fehlt das Zertifikat, wird meine Website in modernen Browsern als unsicher angezeigt.

Ein paar Überlegungen beim Webhosting-Vergleich:

  • Wie viel Webspace benötige ich? Genügen 500 Megabytes? Sollten es lieber ein oder mehrere Gigabytes sein? Wenn der Platz nicht ausreicht, bekomme ich Probleme. Wenn mein Paket aber zu umfangreich ist, bezahle ich für Webspace, den ich nicht brauche.
  • Domains inklusive? Oft sind ein oder mehrere Domains im Paket enthalten. Meistens ist das aber auf bestimmte Domains beschränkt. Oder das Angebot ist zeitlich begrenzt und gilt zum Beispiel nur im ersten Jahr.
  • Ebenso können für das HTTPS-Zertifikat Zusatzkosten entstehen.

Auf Reddit bin ich letztes Jahr auf den Hoster Uberspace aufmerksam geworden. Schon auf den ersten Blick zeigt die Website, dass das ein ungewöhnlicher Webhoster ist. Das Angebot richtet sich bewusst an erfahrene Nutzer. Üblicherweise stehen auf der Startseite schon Pakete und Preise. Das fehlt hier, denn Uberspace bietet genau ein Produkt an: 10 GB Webspace mit HTTPS-Zertifikat für alle Domains. Damit kann man eine ganze Menge umsetzen, vom Blog über Fotogalerien bis zu kleinen Online-Shops.

Und der Preis? Lässt sich frei wählen und monatlich ändern, je nachdem, wie groß das Projekt ist und wie viel man sich leisten kann/will. Guthaben kann ich per Überweisung aufbuchen und zwischen mehreren Accounts aufteilen. Der erste Monat ist kostenlos. Um einen neuen Account zu erstellen, brauche ich nur eine E-Mail-Adresse, keine Adress- oder Kontodaten. Das allein finde ich schon sympathisch. Ich mag diesen minimalistischen Ansatz.

SSH und Domains

Um die Website anzulegen und zu aktualisieren, stelle ich eine Verbindung zum Webspace her. Bei Uberspace geht das über SFTP (das kannte ich schon) und SSH. Mit SSH kann ich in einem Terminal direkt auf dem Server arbeiten, also auf dem Computer, auf dem meine Website liegt. Das ist echt praktisch, man sollte allerdings Erfahrung mit GNU/Linux haben. Wenn man sich nicht so gut auskennt, hilft die Uberspace-Website in vielen Fällen weiter. Zum Beispiel gibt es einen Leitfaden, um WordPress mit wenigen Konsolenbefehlen einzurichten.

Uberspace sieht sich als Webhoster, nicht als Domain-Anbieter. Domains gibt es zum Beispiel bei Anbietern wie INWX. Von dort lassen sie sich einfach mit dem Webspace verbinden. Falls ich irgendwann den Webhost wechsle, ist es somit problemlos möglich, die Domains auf den neuen Host umzuleiten.

Meine Erfahrungen bisher

Ich nutze Uberspace jetzt seit ca. 6 Monaten, in dieser Zeit hatte ich noch keine Serverausfälle. Einmal hatte ich eine Frage und habe vom Support schnell eine Antwort bekommen – und das am Wochenende. Wenn ich jetzt für mich oder jemand anderen eine Website erstelle, ist die Wahl des Webhosters kein Thema mehr. Auch dieses Blog habe ich bei Uberspace gestartet.

Allen, die zum ersten Mal eine Website planen oder mit ihrem Webhoster unzufrieden sind, kann ich Uberspace nur empfehlen. Ein neuer Account ist schnell angelegt und kostet erst einmal nichts. Für den Einstieg wäre es gut, sich auf der Uberspace-Website einzulesen. Wer offen für Neues ist, wird sich dann schnell zurechtfinden.

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