Meine erste Mailadresse hatte ich bei GMX. Irgendwann bin ich zu Google gewechselt. Der Unterschied zwischen GMX und Google Mail ist wie Tag und Nacht: Endlich keine Nachrichten oder Werbung neben den Mails. Kein Spam. Keine ständigen Aufforderungen, auf die kostenpflichtige Version umzusteigen. Noch dazu ist GMail verbunden mit anderen Google-Anwendungen wie Maps, Keep (für Notizen), Drive und natürlich dem Kalender. Außerdem ist die GMail-App einfach super.

Durch den Google-Kalender ist mein Leben viel organisierter geworden. Orte, wie zum Beispiel Lokale, erkennt Google nach den ersten Buchstaben und trägt sie mit der richtigen Adresse ein. Unterwegs kann ich aus dem Kalender heraus Google Maps aufrufen und mir den Weg anzeigen lassen.

Nur habe ich mich damals beim Erstellen des Google-Accounts vertippt. In meiner @gmail.com-Adresse hatte ich einen Punkt, der mich geärgert hat. Ändern konnte ich das nicht mehr, und andere Varianten meines Namens waren schon vergeben. Deshalb bin ich auf Googles kostenpflichtige Version umgestiegen: G Suite. Der große Vorteil an G Suite ist, dass man den Google-Account mit einer eigenen Domain verbinden kann, also zum Beispiel thomasmitzka.at. Im Monat habe ich dafür etwa 4 Euro bezahlt.

Weg von Google

In letzter Zeit hatte ich bei Google kein gutes Gefühl mehr. Letztlich ist das ein US-Unternehmen, das davon lebt, Daten zu sammeln. Jeden Arzttermin im Kalender, alle Telefonnummern und Mailadressen von Freunden und Arbeitskollegen, jedes Mail und jedes Drive-Dokument habe ich Google anvertraut. Das wollte ich nicht mehr. Vor Kurzem habe ich mir deshalb einen neuen Anbieter gesucht.

Als Alternativen habe ich mir Mailbox.org und Posteo angeschaut. Beide bieten E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung und sind werbefrei. Die Server stehen in Deutschland. Ein weiterer Anbieter ist Protonmail aus der Schweiz. Protonmail hat im Unterschied zu den anderen eine eigene App, aber (noch) keinen Kalender. Ich habe mich dann für Mailbox.org entschieden. Um 1 Euro im Monat gibt es dort 2 GB Speicherplatz für Mails und 100 MB Speicherplatz für Dokumente in der Cloud. Bis jetzt genügt mir das, es gibt aber auch andere Tarife.

Der Umzug war einfacher als gedacht:

  • Ich habe mir beide Mailadressen – Google und Mailbox.org – im kostenlosen Mailprogramm Thunderbird nach dieser Anleitung eingerichtet. In Thunderbird konnte ich dann alle Google-Mails ins neue Postfach verschieben.
  • Die Kontakte lassen sich auf Google Takeout exportieren und auf Mailbox.org importieren.
  • Meine Kalendereinträge hätte ich ebenfalls auf Google Takeout exportieren können. Ich habe stattdessen mit einem leeren Kalender begonnen und trage dort ab jetzt Termine ein.

Datenschutz im Fokus

Was mir am neuen Anbieter sehr gut gefällt, ist die klare Ausrichtung darauf, dass der Mail-Inhalt privat bleibt. Wenn Nachrichten zum Beispiel Kontakt- oder Zahlungsdaten enthalten, geht das nur mich und den Empfänger etwas an. Schon vor dem Versand sehe ich hier, ob mein Mail verschlüsselt übertragen wird. Mailbox.org zeigt mir an, wie sicher der E-Mail-Anbieter des Empfängers ist.

Noch ein Vorteil: Mit PGP (Pretty Good Privacy) kann ich Mails so verschlüsseln, dass nur der Empfänger darauf zugreifen kann. Kurz zusammengefasst: Nutzer erstellen sich ein Schlüsselpaar – einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Eine Nachricht, die mit meinem public key verschlüsselt wurde, kann nur mit meinem private key entschlüsselt werden. Weil das im Alltag zu umständlich ist, hat sich PGP bisher nicht durchgesetzt. Mailbox.org enthält eine einfache Möglichkeit, um PGP einzusetzen.

Unterm Strich

Mir war wichtig, dass ich für E-Mails weiterhin meine eigene Domain verwenden kann. Dazu muss man beim Domain-Host die DNS-Einstellungen anpassen. Beim ersten Kontakt mit diesem Thema ist das verwirrend, aber mit einem Tutorial und etwas Zeit zum Einlesen funktioniert es gut. Für Fragen gibt es bei Mailbox.org einen deutschsprachigen (!) Support und ein User-Forum. Beide haben mir bei den ersten Schritten geholfen.

Ein Nachteil im Vergleich zu Google: Mailbox.org bietet keine eigene App an. Am Android-Smartphone verwende ich für Mails die App K-9 Mail und für Termine den Business Kalender. Beide gleichen ihre Daten mit Mailbox.org ab. So stylisch und benutzerfreundlich wie die Google-Apps sind sie leider nicht.

Einige Google-Dienste verwende ich weiterhin, inzwischen mit einem kostenlosen Account anstelle von G Suite. Meine wichtigsten Daten liegen jetzt woanders. Für mich war der Wechsel aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung.

Ich verwende Teamviewer regelmäßig, um einem Freund am Computer zu helfen. Das Programm macht es möglich, auf einen entfernten Computer zuzugreifen: Ich sehe, was die Person vor dem Bildschirm sieht und kann Maus und Tastatur des fremden Computers verwenden. Praktisch ist, dass auf meinem und dem Ziel-Rechner nicht das selbe Betriebssystem laufen muss. Noch dazu ist Teamviewer für die private Nutzung gratis – zumindest theoretisch.

Heute wollte ich mit Teamviewer eine Verbindung starten und habe ein Hinweisfenster bekommen:

KOMMERZIELLE NUTZUNG FESTGESTELLT

Diese Software scheint in kommerziellem Umfeld eingesetzt zu werden. Beachten Sie bitte, dass die freie Version nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden darf!

Ihre Sitzung wird nach 5 Minuten beendet werden. Bitte besuchen Sie unsere Website für weitere Informationen.

Zusammengefasst: Ich soll eine Lizenz für Unternehmen kaufen, die in der günstigsten Variante ca. 330 Euro im Jahr kostet. Bis dahin kann ich nur alle 10 Minuten eine neue Verbindung aufbauen, die dann nach kurzer Zeit – weniger als 5 Minuten – beendet wird.

Natürlich verstehe ich, dass man für TeamViewer bezahlen sollte, wenn man damit Geld verdient. Nur verwende ich TeamViewer ausschließlich privat und verdiene damit nichts. Wieso bekomme ich also diese Meldung? Vielleicht liegt es daran, dass ich mich einmal von einem anderen Computer aus verbunden habe. Ich kann jetzt eine Erklärung an den TeamViewer-Support schicken, die prüfen das und deaktivieren eventuell den Warnhinweis. Heute war es aber dringend und ich wollte nicht warten.

Also habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut, und die heißt AnyDesk. Wer mit TeamViewer Erfahrung hat, wird sich in AnyDesk schnell zurechtfinden. Auch dort zeigt das Programm nach dem Start eine Nummer an. Wenn die andere Person diese Nummer in AnyDesk eingibt, kann sie auf meinen Computer zugreifen.

Es gibt ein paar Unterschiede zu TeamViewer:

  • Zum Beispiel wird für den Zugriff kein Passwort verlangt. Stattdessen muss ich bestätigen, dass sich jemand zu meinem Computer verbinden darf.
  • Außerdem gibt es einen Button, um die Verbindung umzukehren: Der Computer, mit dem ich verbunden war, bekommt dann Zugriff auf meinen Rechner. Praktisch, um jemandem schnell zu zeigen, wie eine Website oder eine Anwendung bei mir aussieht!
  • Unter Windows funktioniert AnyDesk auch ohne Installation – einfach die heruntergeladene Datei starten, und es kann losgehen.

Genau wie TeamViewer ist AnyDesk für mehrere Betriebssysteme verfügbar und für Privatnutzer kostenlos. Das Wichtigste für mich: Derzeit gibt es keine Einschränkungen für Nutzer, die das Programm möglicherweise beruflich verwenden. Kein falscher Verdacht und keine Zahlungsaufforderungen. Deshalb bleibe ich vorerst bei AnyDesk und werde es weiterempfehlen.

Vorab zur Erklärung: Ein Webhoster stellt Webspace zur Verfügung, also Speicherplatz, um Websites online zugänglich zu machen. Hier geht es um einen Anbieter, der ein bisschen anders ist als alle, die ich bisher kannte.

In den letzten Jahren habe ich mehrere Websites ins Netz gestellt. Die Voraussetzung dafür ist immer ein Webhoster. Am Beginn steht die Frage, welches Angebot oder Paket das richtige ist:

Hosting-Angebote für eine typische WordPress-Website kosten zwischen 1 und 5 Euro im Monat. Dazu brauche ich normalerweise eine Domain, unter der meine Website dann erreichbar ist. Außerdem sollte jede Website heute ein HTTPS-Zertifikat haben. Das sorgt dafür, dass in der Adresszeile des Browsers das Schloss-Symbol erscheint. Fehlt das Zertifikat, wird meine Website in modernen Browsern als unsicher angezeigt.

Ein paar Überlegungen beim Webhosting-Vergleich:

  • Wie viel Webspace benötige ich? Genügen 500 Megabytes? Sollten es lieber ein oder mehrere Gigabytes sein? Wenn der Platz nicht ausreicht, bekomme ich Probleme. Wenn mein Paket aber zu umfangreich ist, bezahle ich für Webspace, den ich nicht brauche.
  • Domains inklusive? Oft sind ein oder mehrere Domains im Paket enthalten. Meistens ist das aber auf bestimmte Domains beschränkt. Oder das Angebot ist zeitlich begrenzt und gilt zum Beispiel nur im ersten Jahr.
  • Ebenso können für das HTTPS-Zertifikat Zusatzkosten entstehen.

Auf Reddit bin ich letztes Jahr auf den Hoster Uberspace aufmerksam geworden. Schon auf den ersten Blick zeigt die Website, dass das ein ungewöhnlicher Webhoster ist. Das Angebot richtet sich bewusst an erfahrene Nutzer. Üblicherweise stehen auf der Startseite schon Pakete und Preise. Das fehlt hier, denn Uberspace bietet genau ein Produkt an: 10 GB Webspace mit HTTPS-Zertifikat für alle Domains. Damit kann man eine ganze Menge umsetzen, vom Blog über Fotogalerien bis zu kleinen Online-Shops.

Und der Preis? Lässt sich frei wählen und monatlich ändern, je nachdem, wie groß das Projekt ist und wie viel man sich leisten kann/will. Guthaben kann ich per Überweisung aufbuchen und zwischen mehreren Accounts aufteilen. Der erste Monat ist kostenlos. Um einen neuen Account zu erstellen, brauche ich nur eine E-Mail-Adresse, keine Adress- oder Kontodaten. Das allein finde ich schon sympathisch. Ich mag diesen minimalistischen Ansatz.

SSH und Domains

Um die Website anzulegen und zu aktualisieren, stelle ich eine Verbindung zum Webspace her. Bei Uberspace geht das über SFTP (das kannte ich schon) und SSH. Mit SSH kann ich in einem Terminal direkt auf dem Server arbeiten, also auf dem Computer, auf dem meine Website liegt. Das ist echt praktisch, man sollte allerdings Erfahrung mit GNU/Linux haben. Wenn man sich nicht so gut auskennt, hilft die Uberspace-Website in vielen Fällen weiter. Zum Beispiel gibt es einen Leitfaden, um WordPress mit wenigen Konsolenbefehlen einzurichten.

Uberspace sieht sich als Webhoster, nicht als Domain-Anbieter. Domains gibt es zum Beispiel bei Anbietern wie INWX. Von dort lassen sie sich einfach mit dem Webspace verbinden. Falls ich irgendwann den Webhost wechsle, ist es somit problemlos möglich, die Domains auf den neuen Host umzuleiten.

Meine Erfahrungen bisher

Ich nutze Uberspace jetzt seit ca. 6 Monaten, in dieser Zeit hatte ich noch keine Serverausfälle. Einmal hatte ich eine Frage und habe vom Support schnell eine Antwort bekommen – und das am Wochenende. Wenn ich jetzt für mich oder jemand anderen eine Website erstelle, ist die Wahl des Webhosters kein Thema mehr. Auch dieses Blog habe ich bei Uberspace gestartet.

Allen, die zum ersten Mal eine Website planen oder mit ihrem Webhoster unzufrieden sind, kann ich Uberspace nur empfehlen. Ein neuer Account ist schnell angelegt und kostet erst einmal nichts. Für den Einstieg wäre es gut, sich auf der Uberspace-Website einzulesen. Wer offen für Neues ist, wird sich dann schnell zurechtfinden.